Alt - Borkum Der Strand um 1901 Der Strand um 1883 T O P T O P
Der folgende lustige plattdeutsche Beitrag beschreibt kurz und liebevoll die Tante Reindina, auch Tante Huhu genannt.
Tante Reindina Tante Reindina
Tante Reindina
Tante Reindina
As ji up Börkum dör't Dörp lopen, komen ji wiss uk an de Olde Toorn vörbi, Wahrteiken van uns Eiland, 1576 bout. Oost ut liggt uns Heimatmuseum, dat „Dykhus“. Man tweej Husen d'r vör steiht ein grote Villa, dej hörde s'mals de Familie Aggen. Un vör lange Jahren harr hier Tante Reindina dat Seggen, ein groot steweg Menske, mit ein deipe Stemme as Adele Sandrock.
Wenn Sie (oder ihr) auf Borkum durchs Dorf laufen, kommt ihr (kommen Sie) bestimmt auch an dem Alten Turm vorbei, Wahrzeichen von unserem Eiland, 1576 gebaut. Im Osten liegt unser Heimatmuseum, das „Dykhus“. Aber zwei Häuser davor steht eine große Villa, die einmal der Familie Aggen gehörte. Und vor vielen Jahren hatte hier Tante Reindina das Sagen, eine große stabile Frau (Menske ist eine Mensch, aber auch die liebevolle Bezeichnung für die Ehefrau) mit einer tiefen Stimme wie Adele Sandrock.
Un as haast alle Börkumers harr seej uk ein Biname. Was seej in hör Vörtune achter de hooge Heege un Kinder leipen vörbi un reipen: „Moin, Tante Reindina“, dann kwamm seej mit de Kopp over de Heege un see mit deipe Stemme van Huhu! Un alle Lü seen van Tante Huhu un elk wuss well dat was.
Und wie fast alle Borkumer hatte sie auch einen Spitznamen (hier Beinamen). War sie in ihrem Vorgarten hinter der hohen Hecke und Kinder liefen vorbei und riefen: „Moin, Tante Reindina“, dann kam sie mit dem Kopf über die Hecke und rief mit tiefer Stimme (von) Huhu! Und alle Leute sagten (von) Tante Huhu und jeder wußte wer das war.
Seej harr hör groot Huus best up Stee, man sünder de Kamers an Badegasten tau verhühren, gung dat neit. As haast alle Börkumers harr seej ein faste Stamm, as man so seggt, Lü, dej elket Jahr weer kwammen.
Sie hatte ihr großes Haus bestens in Ordnung, aber ohne die Zimmer an Badegäste zu vermieten, ging das nicht. Wie fast alle Borkumer hatte sie einen festen Stamm, wie man so sagt, Leute, die jedes Jahr wieder kamen.
Uk ein enkelde Dame wohnde all siet Tiedstieden bi hör. Un harr uk dit Jahr weer ein Enkelkamer hürt. Man wuss ruugweg, mit welke Damper seej kwamm. Un nu, midden in de Baadtied, was dat weer sowiet. Tante Reindina stunn mit witte Skude achter de Gardinen tau kukeluren. De Kuffers wassen d'r all un dat dürde man ein kaart Settje, daar tickerte dat an de Vördör.
Auch eine einzelne Damen wohnte schon seit ewigen Zeiten (Tied = Zeit, Tiedstieden = doppelte Zeiten) bei ihr. Und hatte auch dieses Jahr wieder ein Einzelzimmer gemietet. Man wusste ungefähr, mit welchem Dampfer sie kam. Und nun, mitten in der Saison (hier Badezeit) war das wieder soweit. Tante Reindina stand mit weißer Schürze hinter der Gardine zu lauern. Die Koffer waren schon da und es dauerte nur einen kurzen Augenblick, da klopfte es an der Vordertür.
Tante Reindina makde open un wull nu tegen de Frou seggen, hau bliede seej was, dat seej hör nu na ein Jahr weer sagg.
Tante Reindina machte auf und wollte nun zu der Frau sagen, wie froh sie war, sie nach einem Jahr wieder zu sehen.
Heil fien up hoogdüts kwamm dat drut:
Sehr fein auf hochdeutsch kam das raus:
„Ach, ist das schön, – - ihr altes Gesicht wieder zu sehen!“
„Ach, ist das schön, – ihr altes Gesicht wieder zu sehen!“
Jan Schneeberg
Hinweis: Da auch die plattdeutsche Sprache - wie grundsätzlich jede Sprache - oft erst sinnentnehmend erschließbar wird, wurden zum besseren Verständ- nis der Sprachbildung an speziellen Stellen eine fast wörtliche Übersetzung von Teilsätzen und Begriffen innerhalb runder Klammern ( .. ) aufgezeigt.
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