Knienen - Kaninchen

Knienen - Kaninchen

Knienen - Kaninchen

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Der folgende lustige plattdeutsche Beitrag beschreibt das erstaunliche und fast unglaubliche Jagdglück eines Borkumer Jägers.

Hinweis: Da auch die plattdeutsche Sprache - wie grundsätzlich jede Sprache - oft erst sinnentnehmend erschließbar wird, wurden zum besseren Verständnis der Sprachbildung an speziellen Stellen eine fast wörtliche Übersetzung von Teilsätzen und Begriffen innerhalb runder Klammern ( .. ) aufgezeigt.

Sprachausgabe des plattdeutschen Textes!

 

Start der Sprachausgabe: Mausklick auf das obige Dreieck

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Knienen

Up dat Eilandje Börkum hebben völ Lü  de Name Akkermann – un frauger gaff dat büllten Knienen in de Dünen. De Pestoor kreeg Stück off wat, bi de Vogt lagg sönndags ein Knienebraa up de Tavel un de Familie van de Fürst van Oostfreisland harr uk alltied ein Oog up de lecker Deiern. So'n smakelke Knienebollte tüsken de Kusen, dat is wall lecker un dat lüst uk ein Börkumer geern. Man de boverste Heeren up de faste Walle harrn d'r wat up tegen un so gungen de Börkumers stiekum in de Dünen un sünder so'n Veierpoot kwammen seej noit na Huus.
 

 

Kaninchen

Auf der Insel (hier: Inselchen) Borkum haben viele Leute den Namen Akkermann – und früher gab es jede Menge Kaninchen in den Dünen. Der Pastor bekam einige, bei dem Vogt lag sonntags ein Kaninchenbraten auf dem Tisch und die Familie des Fürsten von Ostfriesland hatte auch immer ein Auge auf die leckeren Tiere. So ein schmackhaftes Kaninchenbein zwischen den Zähnen, das ist bestimmt lecker und das mag (begehren, Appetit haben) auch ein Borkumer gern. Aber die obersten Herren auf dem Festland hatten etwas dagegen und so gingen die Borkumer heimlich in die Dünen und ohne Vierfüßler kamen sie nie nach Hause.
 

Later – un bit vandage – bin de Börkumers sülvst Jagers west un in de Jagdverein. Un seej könen völ vertellen. Wat man so beleevt up de Jagd, daar is man staff.
 

 

Später – und bis heute – sind die Borkumer selbst Jäger gewesen und im Jagdverein. Und sie können viel erzählen. Was man alles erlebt auf der Jagd, da ist man sehr verwundert.
 

Dat mag wall Jahren taurügg liggen, daar strüpde ein Börkumer dör de Oostlandje Dünen. Off he ein Akkermann was, weit man vandage neit mehr -  neumen wi hum Klaas. Versichdeg luurde he na alle Sieden. Da! Boven up de Dünenkante satt ein junge, man uk stewege Kniene in't Gras an't mummeln.
 

 

Das mag wohl Jahre zurückliegen, da streifte ein Borkumer durch die Ostland-Dünen. Ob er ein Akkermann war, weiß man heute nicht mehr - nennen wir ihn Klaas. Vorsichtig lauerte er nach allen Seiten. Da! Oben an der Dünenkante saß ein junges, aber auch kräftiges Kaninchen im Gras zu mümmeln.
 

Klaas reet sien Gewehr umhoog un skoot. Man he wuss futt, dat sien Skött ein bitje tau kaart was. Dör de harde Knall verjagde sück de Kniene haast up de Dod, namm Fahrt up un brusde harder as de Zug van de Börkumer Kleinbahn um de Hauk van de Dünen – weg was he. Wat so'n rechte Jager is, dej kickt na, off dat Deier anskooten is un elendeg Pien lieden mutt. Klaas kwamm mit lange Stappen um de Dünen tau - un sien Oogen gungen hum over. Wat was d'r gebört?
 

 

Klaas riss sein Gewehr hoch und schoss. Aber er wusste sofort, dass sein Schuss ein bisschen zu kurz war. Durch den harten Knall erschrak sich das Kaninchen fast bis auf den Tod, nahm Fahrt auf und brauste schneller als der Zug von der Borkumer Kleinbahn um die Ecke von den Dünen- weg war er. Was so ein richtiger Jäger ist, der guckt nach, ob das Tier angeschossen ist und furchtbare Schmerzen leiden muss. Klaas kam mit langen Schritten um die Dünen (zu) – und seine Augen gingen ihm über (er war mehr als erstaunt). Was war da passiert?
 

Vör dat Gatt na de Knienebou satten noch tweej lüttje Knientjes. Seej wassen sück an't hemmeln un an't sünntjen. As nu de darde as de Düwelkater dranfleigen kwamm, wussen dej beiden: Gefahr! Gau na binnen in't Skuul, daar bin wi seker!
 

 

Vor dem Loch zum Kaninchenbau saßen noch zwei kleine Kaninchen. Sie putzten und sonnten sich (waren sich am Putzen und am Sonnen). Als nun der dritte wie der Teufel (hier: wörtlich Teufelkater, auch Schlingel, Teufelsbraten) heran brauste (wörtlich: heranfliegen kam), wussten die beiden: Gefahr! Schnell nach drinnen in das Versteck (geschützter Platz, Schuppen, Unterstand, Zuflucht), dort sind wir sicher!
 

Man all dreej up einmal dör dat lüttje Gatt, dat kunn neit angahn. Eine wull noch gauer wesen as de ander un so wassen seej an't dwareln un knaujen un satten mitnander fast as ein Müre, mit de Achter- un Vörpooten in de Lücht tau spinnfautjen. Klaas namm eine na de ander hoog un hör Leven was vörbi.
 

 

Aber alle drei auf einmal durch das kleine Loch, das konnte nicht angehen. Einer wollte noch schneller sein als der andere und so wirbelten sie und ackerten (hier: waren am Wirbeln und Schuften) und saßen fest wie eine Mauer, mit den Vorder- und Hinterfüßen in der Luft zu zappeln. Klaas nahm einen nach dem anderen hoch und ihr Leben war vorbei.
 

Tiss ja lögenhafteg tau vertellen, man so is dat wiss gebört: Mit ein Skött, dej uk noch vörbi gung, hett de Börkumer Klaas dreej Knienen mit na Huus brocht.
 

 

Es ist ja unglaublich (hier: lügenhaft) zu erzählen, aber so ist es wirklich passiert: Mit einem Schuss, der auch noch vorbei ging, hat der Borkumer Klaas drei Kaninchen mit nach Hause gebracht.
 


Jan Schneeberg
 

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