Stratenfesche

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Der folgende plattdeutsche Beitrag berichtet vom alljährlichen Borkumer Straßenfest rund um den Alten Turm.
Diese bereits traditionellen Highlights werden seit 1981 alljährlich zugunsten bedeutender Projekte des Borkumer Heimatvereins veranstaltet. Als Ursprung dieser Feste ist die Absicht des damaligen Vorsitzenden des Heimatvereins, Albert Bakker (“Appi Land”), zu sehen, den dem Verfall preisgegebenen “Alten Turm” für den Verein zu kaufen und traditionsgemäß zu erhalten. Der mittlerweile liebevoll restaurierte Turm - die Unterhaltungskosten sind sehr hoch, spezielle einmalige Kosten durch behördliche Auflagen sind siebenstellig - befindet sich nun seit Langem im Besitz des Vereins.

Hinweis: Da auch die plattdeutsche Sprache - wie grundsätzlich jede Sprache - oft erst sinnentnehmend erschließbar wird, wurden zum besseren Verständnis der Sprachbildung an speziellen Stellen eine fast wörtliche Übersetzung von Teilsätzen und Begriffen innerhalb runder Klammern ( .. ) aufgezeigt.

Sprachausgabe des plattdeutschen Textes!

 

Start der Sprachausgabe: Mausklick auf das obige Dreieck

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Stratenfesche
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Straßenfest
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Langewiele is d’r noit. Hier is wat tau kieken un daar gefft wat tau lüstern. Hier Losen trecken, daar rubbeln, Peertje rieden, kegeln, Tützug fahren, fisken un angeln, sien Name gravieren laten, bi’t Knobeln Klumpen off Keise binnen strüpen off ein dicke Skinke, daar wat winnen off mit de Lippe up darde Knoopsgatt wieder sluren, skeiten, hier efkes preuven un daar wat slickern, teegen de Geejhunger ein Smolltbrügge un ein suure Gurke drinknaujen, krass Koppke Tee drinken mit ein Stückje Botterkauke. As dat tau lippsk is, ein Kruiden d’r achter an, slickmundjen na de Tuffelsluffkes mit büllten Ziepels drin, dat is gaud för ein open Lief. Ein lecker Glaske Wien sachtmundeg over de Tunge glieden laten, de Röök van de Bratwursches nagahn, keulen mit seute Sangria, mit ein Gier up de dicke fette Pannkauken daal, Albierbowle slubbern, ein Mafia-Torte mit büllten drup dör de Kusen trecken, Glaske Sekt d’r achteran tau upstöten, friss Glas Beier dör’t Halsgatt jagen, Jank up ein Glaske Brandewien mit Rosinen, ein Waaweltje ( Waweltje, Waveltje) tau rappeln in de Mund, lecker Fissbrügge d’r achter an, singen, lachen, juchtern, tüskendör noch ein Tass Koffje mit ein Stückje sülvst gebacken Kauke, Lief up Knappen, tau’t verdouen noch ein Söpke mit ein dicke Fiege drin...
 

 

Langeweile gibt es da nicht (hier:Langeweile ist dort nie). Hier gibt es was zu gucken und dort was zu hören. Hier Lose ziehen, dort rubbeln, Pferdchen reiten, kegeln, Tützug (Eisenbahn) fahren, fischen und angeln, seinen Namen gravieren lassen, beim Knobeln Holzschuhe (Klumpen) oder Käse einsacken oder einen dicken Schinken, da etwas gewinnen oder mit der Lippe auf dem dritten Knopfloch (Sinnspruch für enttäuscht sein) weiter schlendern (schlurfen), schießen, hier eben probieren und dort etwas naschen (schlecken), gegen den Heißhunger ein Schmalzbrot und eine saure Gurke reindrücken, eine (sehr) starke Tasse Tee trinken mit einem Stückchen Butterkuchen. Wenn das zu (übermäßig) süß ist, einen Kruiden (Kräuterbitter) hinterher, sich den Mund lecken nach den Reibekuchen mit (ganz) viel Zwiebeln darin, das ist gut für einen offenen Leib. Ein leckeres Gläschen Wein sanft (hier: sanftmundig) über die Zunge gleiten lassen, dem Geruch der Bratwürstchen nachgehen, kühlen mit süßer Sangria, gierig auf die dicken fetten Pfannkuchen los, Altbierbowle schlabbern, ein Mafia-Torte mit viel drauf durch die Zähne ziehen, Gläschen Sekt hinterher zum Aufstoßen, frisches Glas Bier durch die Kehle gießen (hier: jagen), (heftiges) Verlangen auf ein Glas Branntwein mit Rosinen (Bohntjesoop-Variation), eine Waffel (haudünne Waffel, Eiserkuchen. Neujahrskuchen) zum Rappeln (rasselnd sprechen) im Mund, lecker Fischbrötchen hinterher, singen, lachen, herumtoben, zwischendurch noch eine Tasse Kaffee mit einem Stück selbst gebackenen Kuchen, der Bauch steht vor dem Platzen, zum Verdauen noch ein Schnäpschen mit einer dicken Feige drin...
 

nu frag ik jau, hau kriegen seej dat up un hau waarden seej dat wall weer kwiet?
 

 

nun frage ich euch, wie kriegen sie das alles auf und wie werden sie das wieder los?
 

Dej völe Beseukers hebben hör Ardegkeit un Bliedskup, könen smakelk eten un drinken un lüstern na de heerleke Musik van de Fürwehrkapelle, off van de iesselke Jazz-Band un dej klüchdege Triangel-Band, könen de moje Drachden- un Danzkoppels bekieken.
 

 

Die vielen Besucher haben (ihr) Vergnügen und Freude, können schmackhaft essen und trinken und hören der herrlichen Musik der Feuerwehrkapelle zu, oder der fantastisch schönen Jazz-Band und der humorigen Triangel-Band, können die schönen Trachten- und Tanzgruppen begucken.
 

Man hau sücht de Wereld ut för dej achter de Tünnebank:

För ein lange glujende Sömmerdag de Beinen in’t Lief stahn, Sweitdrulen för de Kopp mit Trillen in de Kneejbuchten, Toonen krullen in de Skau van’t lange Stahn, Tunge stief in de Hals van’t proten, Blaudbladders an de Handen van’t koken un braden, de Puckel krumm van’t Slepen, de Arms ut Litt van’t Beier tappen, de Fingers krumm van’t Brot snieden, de Rügge skeif un elendeg van’t Offwasken, korkedrög de Hals van’t singen, kröpel in de Küten van’t Danzen, klatterke Lippen van in’t Hoorn stöten, Iilte an de Dume van’t Geld tellen, Skuum för de Beck van’t bölken , swart um de Kopp van’t fleigen un bösseln, besefflose Mensken weer up de Beinen hiesen, blarrende Kinder na hör Olden brengen, besopen Volk kunfermeiern, bemegen Hüsches reiniwierern, lelke Lü besüssen, düchdeg Klucken up ander Lü Gesundheit drinken, s’avends Koppien, skoonoff un lamenadeg s’nachts in Bäde ssacken un dann noch seggen:
 

 

Aber wie sieht die Welt aus für die hinter dem Tresen:

Für einen langen glühenden Sommertag die Beine in den Bauch stehen, Schweißbeulen vor dem Kopf mit Zittern in den Knien, Zehen krümmen sich in den Schuhen vom langen Stehen, die Zunge steif im Hals vom Reden, Blutblasen an den Händen vom Kochen und Braten, der Puckel krumm vom Schleppen, die Arme ausgekugelt vom Bier zapfen, die Finger krumm vom Brot schneiden, der Rücken schief und elendig vom Abwaschen, knochentrocken (hier: korkentrocken) der Hals vom singen, lahm in den Waden vom Tanzen, kaputte Lippen von ins Horn stoßen, Hornhaut am Daumen vom Geld zählen, Schaum vor dem Mund (hier: Klappe, Maul) vom schreien (brüllen), schwarz um den Kopf vom Fliegen und Jagen (schnelle Bewegungen usw.), ohnmächtige Menschen wieder auf die Beine ziehen, heulende Kinder wieder zu ihren Eltern bringen, besoffenes Volk den Kopf zurechtsetzen, bepinkelte Toiletten reinigen, böse Leute beruhigen, tüchtig Schlucke trinken für die Gesundheit anderer Leute, des Abends Kopfschmerzen, total kaputt und erschöpft nachts ins Bett sacken und dann noch sagen:
 

Nee, wat was’t uk weer moij bi’t Stratenfesche rund um de Olde Toorn.
 

 

Nee, was war das auch wieder schön beim Straßenfest rund um den Alten Turm.
 


Jan Schneeberg
 

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