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Der folgende plattdeutsche Beitrag erzählt eine kleine Anekdote aus dem Leben eines Pastors.

Hinweis: Da auch die plattdeutsche Sprache - wie grundsätzlich jede Sprache - oft erst sinnentnehmend erschließbar wird, wurden zum besseren Verständnis der Sprachbildung an speziellen Stellen eine fast wörtliche Übersetzung von Teilsätzen und Begriffen innerhalb runder Klammern ( .. ) aufgezeigt.

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Versprochen

 

Beloven
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Versprochen
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Pestoor Gerrit Herlyn - ein fixe Plattproter, neit bloot up de Preekstauhl - vertellde s’mals ein Döntje van de Amtskollege Eenboom.
 

 

Pastor Gerrit Herlyn – ein großartiger Plattsprecher, nicht nur auf der Kanzel – erzählte einmal eine (kleine lustige) Geschichte von seinem Amtskollegen Eenboom.
 

Dej was bi ein Buur up Beseuk west, off da nu Kinddöpe in Huus stunn off wat anders, dat mit de Karke tau daun harr, weit man vandage neit mehr. Tauminnst see de Pestoor bi’t Middageten tegen sien Frou:
 

 

Der besuchte einen Bauern (war bei einem Bauern auf Besuch gewesen), ob da Kindtaufe anstand oder etwas anderes, das mit der Kirchengemeinde zu tun hatte, weiß man heute nicht mehr. Zumindest sagte der Pastor beim Mittagessen zu seiner Frau:
 

„Um de Braa tau de Fierdagen mußt du di van’t Jahr gein Gedanken maken. De Burr Wessels hett mi in de Hand tauseggt , dat wi van hum ein dicke Hahne kriegen. Umsünst!“
 

 

„Um den Braten zu den Feiertagen musst du dir dieses Jahr keine Gedanken machen. Der Bauer Wessels hat mir in der Hand versprochen, dass wir von ihm einen dicken Hahn bekommen. Umsonst!“
 

Man de Dagen kwammen all nahder un gein Hahne was in Sicht. Nu was de Pestoor dat ja ein bitje schenant.  Heej kunn ja nu neit seggen: Waar bliffst mien Hahne?  De hooge Fierdag kwamm, sünder Hahne, man de Buur, dej satt in de Karke. As de Preek vörbi was un de Mensken weer na buten gungen, namm de Pestoor de Kans wahr un see stillkes tegen de Buur:
 

 

Aber die Tage kamen immer näher und kein Hahn war in Sicht. Nun war dem Pastor das ein wenig peinlich. Er konnte ja nun nicht sagen: Wo bleibt mein Hahn? Der hohe Feiertag kam, ohne Hahn, aber der Bauer, der saß in der Kirche. Als die Predigt vorbei war und die Menschen nach draußen gingen, nahm der Pastor die Gelegenheit wahr und sagte leise zum Bauern:
 

„Wat is mit de Hahne? Daar hebben wi de heile Tied up luurt!“
 

 

„Was ist mit dem Hahn? Da haben wir die ganze Zeit drauf gelauert!“
 

De Buur kravde sück achter’t Ohr un see heil bedaart:
 

 

Der Bauer kratzte sich hinter dem Ohr und sagte sehr ruhig:
 

„Daar is wat tüsken komen!“
 

 

„Da ist etwas dazwischen gekommen!“
 

„Un wat is d’r tüsken komen?“, wull Pestoor nu genou weiten.
 

 

„Und was ist dazwischen gekommen?“ wollte der Pastor nun genau wissen.
 

De Buur:“ Tja, dat is ja nu so un dat spiet uns nu allemachdeg, man daar haar ja gein Menske mit rekent - de Hahne is weer gesund un flügg!
 

 

Der Bauer:“ Tja, das ist so und tut uns auch furchtbar leid, aber da hatte kein Mensch mit gerechnet – der Hahn ist wieder gesund und flügge!“
 

Uk krükelke Hahnen leven lang!
 

 

Auch gebrechliche Hähne leben lang!
 


Jan Schneeberg
 

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Versprochen

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Sprachausgabe des plattdeutschen Textes!

 

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