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Froulü

Wie im wahren Leben - Loriot lässt grüßen!

Hinweis: Da auch die plattdeutsche Sprache - wie grundsätzlich jede Sprache - oft erst sinnentnehmend erschließbar wird, wurden zum besseren Verständnis der Sprachbildung an speziellen Stellen eine fast wörtliche Übersetzung von Teilsätzen und Begriffen innerhalb runder Klammern ( .. ) aufgezeigt.

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Sprachausgabe des plattdeutschen Textes!

 

Start der Sprachausgabe: Mausklick auf das obige Dreieck


Froulü
 

 

Frauen
 

As man as Keerl so in de Jahren kummt, gröit d’r wiss ein lüttjet Lievke. Waar in de Jögd ein Gatt satt, is d’r nu in’t Older ein mehr off minder dicke Buskohl. Man will ja fakers ein bitje minderseiern bi’t Eten un Drinken, man dann kummt dat, wat dat Leven so stur makt. Hermann Gutmann hett mi dat vertellt un ik glöv, dat harr uk bi uns wesen kunnt.
 

 

Wenn man als Kerl so in die Jahre kommt, wächst da bestimmt ein kleines Bäuchlein. Wo in der Jugend ein Loch saß, ist es jetzt im Alter ein mehr oder weniger dicker Weißkohl. Man will (sich) ja oft ein wenig einschränken beim Essen und Trinken, aber dann kommt das, was das Leben so schwer macht. Hermann Gutmann hat mir das erzählt und ich glaube, dass hätte auch bei uns sein können.
 

Nu stellt jau vör, ik sitt mit mien Frou in ein fien Lokal. T’gefft greune Kohl mit Wurst un Speck un ander lecker Biwark. Junge, dat mundjet. Dat dürt ein kaart Settje un ik knauje mi de letzde Tuffel mit ein Stückje Kasseler un ein Happke vull Kohl in de Mund un bin klar. Mien Teller is as slickt.
 

 

Nun stellt euch vor, ich sitze mit meiner Frau in einem feinen Lokal. Es gibt grünen Kohl mit Wurst und Speck und anderen leckeren Zutaten. Junge, das schmeckt. Das dauert eine kurze Zeit und ich quäle mir die letzte Kartoffel mit einem Stückchen Kassler und einem Häppchen voll Kohl in den Mund und bin fertig. Mein Teller ist wie geleckt.
 

Mien Frou is noch lang neit klar. Seej kout un kout un as seej noch ein Dardel van de Eetereej up de Teller liggen hett, seggt seej: Ik kann neit mehr!
 

 

Meine Frau ist noch lange nicht fertig. Sie kaut und kaut und als sie noch ein Drittel von dem Essen auf dem Teller liegen hat, sagt sie: Ich kann nicht mehr!
 

Dann laat liggen, segg ik.
 

 

Dann lass liegen, sage ich.
 

Liggen laten? seggt seej. Du bist wall betutert. Dat mutten wi all betahlen. Dat können wi doch neit liggen laten.
 

 

Liegen lassen? sagt sie. Du bist ja nicht ganz bei Trost. Das müssen wir alles bezahlen. Das können wir doch nicht liegen lassen.
 

Dann eet doch up, segg ik.
 

 

Dann iss es doch auf, sage ich.
 

Ik?, seggt mien Frou. Du hest doch nettekraat hört, dat ik satt bin. Ik krieg gein Happ mehr andaale. Man du - du kannst doch noch ein bitje eten. Kiek even, dej lecker Mettwurst, dej magst du doch so geern. Dej hebb ik mi bit tauletzd upspart un nu bin ik satt. Also, dej Kohl un de Wurst, dej mußt du noch eten.
 

 

Ich?, sagt meine Frau. Du hast doch gerade gehört, dass ich satt bin. Ich bekomme keinen Happen mehr runter. Aber du - du kannst doch noch ein wenig essen. Guck mal, die leckere Mettwurst, die magst du doch so gerne. Die habe ich mir bis zuletzt aufgespart und jetzt bin ich satt. Also, den Kohl und die Wurst, das musst du noch essen.
 

Aber ik kann uk neit mehr, segg ik.
 

 

Aber ich kann auch nicht mehr, sage ich.
 

Gekauel, seggt seej. Ik hebb noch noit beleevt, dat du neit mehr eten kannst. Bestell di noch ein Glas Beier, umdat de Baul beter glitt un dann kannst du de Kohl upeten un daar is noch ein Stückje Speck un uk noch ein bitje Kassler. Dat könen wi doch neit taurügg geven.
 

 

Geschwätz sagt sie. Ich habe noch nie erlebt, dass du nicht mehr essen kannst. Bestelle dir noch ein Glas Bier, damit die Sache besser gleitet (rutscht) und dann kannst du den Kohl aufessen und dort ist noch ein Stückchen Speck und noch ein bisschen Kassler. Das können wir doch nicht zurück geben.
 

Kiek, un so haal ik ein deipe Sücht, griep na de Gabel un haffel de Kohl un de Wurst d’r achter, dej mien Frou neit mehr kroppt hett. Un dann hebb ik beide Tellers leeg un uk dat Beier noch drunken. Ik hebb alles betahlt un stah up, um mi de Jäckert over tau strüpen un dann sall’t ankerup gahn. Daar steiht mien Frou naast mi, tickert mit de platte Hand tegen mien Buuk un seggt: Hör mal, du mußt mal wat d’r tegen daun - du waarst all dicker!
 

 

Guck, und so hole ich einen tiefen Atemzug, greife zur Gabel und schlinge den Kohl und die Wurst hinein (dahinter), das was meine Frau nicht geschafft hat. Und dann habe ich beide Teller leer und auch das Bier noch getrunken. Ich habe alles bezahlt und stehe auf, um meine Jacke überzuziehen und dann soll es losgehen (Anker auf). Da steht meine Frau neben mir, klopft mir (leicht) mit der flachen Hand gegen meinen Bauch und sagt: Hör mal, du musst mal was dagegen tun - du wirst immer dicker!
 

Verstah eine de Froulü
 

 

Versteh einer die Frauen
 


Jan Schneeberg
 

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