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Der folgende plattdeutsche Beitrag enthält die indirekte Aufforderung, sich einmal mit den potenziellen Problematiken und Szenarien der angestrebten Emsvertiefung, auch in Verbindung mit den geplanten Kraftwerken und den daraus resultierenden Veränderungen einschließlich der zugehörigen und exponentiell wachsenden Gefahrengut-Transporte, kritisch auseinanderzusetzen.

Hinweis: Da auch die plattdeutsche Sprache - wie grundsätzlich jede Sprache - oft erst sinnentnehmend erschließbar wird, wurden zum besseren Verständnis der Sprachbildung an speziellen Stellen eine fast wörtliche Übersetzung von Teilsätzen und Begriffen innerhalb runder Klammern ( .. ) aufgezeigt.

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Gedanken zur Emsvertiefung

Gedanken zur Emsvertiefung

Gedanken zur Emsvertiefung

Sprachausgabe des plattdeutschen Textes!

 

Start der Sprachausgabe: Mausklick auf das obige Dreieck


Benaut
 

 

Bedrückt
(beklemmend, ängstlich)
 

Wat was Börkum wall sünder sien Stammgasten? Dej Jahr för Jahr weer komen; dej hör Kinder un Kindskinder mitnehmen; dej futt an de erste Dag bliede un mit lachende Ogen up di daal komen; dej Hartsehr hebben, as seej weer na Huus mutten.
 

 

Was wäre Borkum (wohl) ohne seine Stammgäste? Die Jahr für Jahr wieder kommen; die ihre Kinder und Enkel mitnehmen; die gleich am ersten Tag freudig und mit lachenden Augen auf dich zukommen; die seelischen Schmerz haben, wenn sie wieder nach Hause müssen.
 

Un alltied weer hört man de Woorden: „Wat bin ik bliede, dat ik d’r weer bin. Disse benaude Lücht up de faste Walle, dat geiht mi up de Borst, ik mutt hiemen un knüchen. Un dann sitt ik up de Damper, boven an Deck, de Wind weiht, de Strött is freej, ik hebb Schmaak van dat Soltwater. De Toorns van Börkum komen in Sicht, dat Eilandje wacht up mi. Hier kann ik mi verhaalen. Ik hebb Urlaub.
 

 

Und immer wieder hört man die Worte: „ Was bin ich froh, dass ich wieder da bin. Diese drückende Luft auf dem Festland, das geht mir auf die Brust, ich muss keuchen und hüsteln. Und dann sitz ich auf dem Dampfer, oben an Deck, der Wind weht, der Rachen ist frei, ich habe den Geschmack von dem Salzwasser. Die Türme von Borkum kommen in Sicht, das Inselchen wartet auf mich. Hier kann ich mich erholen. Ich habe Urlaub.
 

Futt ander Mörgen gahn wi mit de Familie tau Water. Wat is dat heerlek. Un achteran in’t Zelt sitten un kieken over dej allemachdege Strand.  De Fiskerskepen smieten hör Netten ut un off un tau glitt ein Damper vörbi. Unse Kinder spölen in de fiene witte Sand un slepen hör lüttje Emmerkes, vull mit Water. Man mutt neit benaud wesen,  tiss neit deip an de Strandskante. Un s’avends up de Müre  luren, hau de glujend rode Sünne in de Noordseej glitt.
 

 

Gleich am nächsten Morgen gehen wir mit der Familie ins Wasser. Was ist das herrlich. Und hinterher im Strandzelt sitzen und über den gewaltigen Strand gucken. Die Fischerboote werfen ihre Netze aus und ab und zu gleitet ein Dampfer vorbei. Unsere Kinder spielen in dem feinen weißen Sand und schleppen ihre kleinen Eimerchen, voll mit Wasser. Man muss nicht ängstlich sein, es ist nicht tief an der Kante des Strandes.
 

Off wi fahren mit de Fietze dör de Börkumer Natür. Heil wiet na buten, waar minn Mensken bin. Dat greune Land, dej hoge Dünen, over dej dicke Diek seilen Dusenden van Vogels, freten mit völ Gekaakel dat frisse Gras. Tiss ein Dröm un man kann sück neit satt kieken.
Ji Börkumers leven noch in ein Paradies.
 

 

Oder wir fahren mit dem Fahrrad durch die Borkumer Natur. Ganz weit nach draußen, wo wenig Menschen sind. Das grüne Land, die hohen Dünen, über dem dicken Deich segeln Tausende (von) Vögel, fressen mit viel Gegacker das frische Gras. Es ist ein Traum und man kann sich nicht satt sehen.
Ihr Borkumer lebt noch in einem Paradies.
 

Un för de Huusdör liggt dat Watt. Ebbe un Flaut trecken drover hen. Hier gefft mehr as tiendusend Deiern un Planten, hier könen sück de Vogels up hör grote Reise satt freten. Dat Watt gefft man einmal in de heile Wereld un is nu Welt-Naturerbe. De Mensken bin noch neit so recht achter komen, wat dat bedütt. Jau Watt steiht in glieke Höchte as das Great Barrier Reef in Australien off de Grand Canyon in Amerika un dat will man bewahren för de Kinder un Kindskinder.
 

 

Und vor der Haustür liegt das Watt. Ebbe und Flut ziehen drüber hin. Hier gibt (es) mehr als zehntausend Tiere und Pflanzen, hier können sich die Vögel auf ihrer großen Reise satt fressen. Das Watt gibt es nur einmal in der ganzen Welt und ist jetzt Welt-Naturerbe. Die Menschen sind noch nicht so richtig dahinter gekommen, was  das bedeutet. Euer Watt steht in gleicher Höhe wie das Great Barrier Reef in Australien oder der Grand Canyon in Amerika und das will man bewahren für die Kinder und Enkel.

 

Un wat is in’t Bladdje tau lesen? De Hollanders willn de Eems bit na Eemshaven 14 Meter deip baggern. Dej Schlick will man an ein ander Stee weer in’t Water kwacken.  135 Gastankers komen dör’t Fahrwater. Alltied ein grote Gefahr. Nettekraat so as dej Kohledampers un de Öljetankers. Dreej dicke Kraftwerken sülln an de Eemshaven komen un in Oostfreisland bouen seej nu uk Kohlekraftwerke. All man half so schlimm, seggen de Boversten, dat bitje Stoff un Smeer könen de Mensken un Deiern wall off.
 

 

Und was ist in der Tageszeitung zu lesen? Die Holländer wollen die Ems bis zum Eemshaven 14 Meter tief baggern. Den Schlick will man an einer anderen Stelle wieder in Wasser befördern. 135 Gastanker kommen durch das Fahrwasser. Immer eine große Gefahr. Genau so wie die Kohledampfer und die Öltanker. Drei dicke Kraftwerke sollen an den Eemshaven kommen und in Ostfriesland bauen sie jetzt auch Kohlekraftwerke. Alles halb so schlimm, sagen die Obersten, das bischen Staub und Schmutz können die Menschen und Tier vertragen.
 

Frauger sagg man in de Werbeprospekten de heerleke Natür. Nu könen ja Bilder d’r bi komen, hau ein Gastanker in de Lücht flüggt off ein klatterge Öljetanker sien smeerege Ladung kwiet waart. Un Mist un Dook hebben ji dann elke Dag. Un Strunt an de Strand. Dat is moij, dat willn de Gasten.
 

 

Früher sah man in den Werbeprospekten die herrliche Natur. Jetzt können Bilder dazu kommen, wie ein Gastanker in die Luft fliegt oder wie ein ärmlicher Öltanker seine schmierige Ladung los wird. Und Dunst und Nebel haben ihr dann jeden Tag. Und Dreck am Strand. Das ist schön, das wollen die Gäste.
 

Haast sessdusend Mensken leven dat heile Jahr up’t Eilandje. Un disse Lü tellen neit? Wehrt jau doch! Trappt de Politikers, dej ji van’t Harvst wählen willn, up de Fauten! Proot in Fredens Name einmal mit ein Stemme.
 

 

Fast sechstausend Menschen leben das ganze Jahr auf dem Eiland. Und diese Leute zählen nicht? Wehrt euch doch! Tretet den Politikern, die ihr im Herbst wählen wollt, auf die Füße! Sprecht (in Friedens Namen – Redewendung) einmal mit einer Stimme.
 

Ji bin dat Volk! Ji hebben’t Seggen!
 

 

Ihr seid das Volk! Ihr habt das Sagen!
 

Dat seggt ein Badegast, dej ander Jahr weer na Börkum will!
 

 

Das sagt ein (Bade) Gast, der nächstes Jahr wieder nach Borkum will!
 


Jan Schneeberg
 

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